Am kürzesten Tag des Jahres…
21.12.2016
Route: Langis – Glaubenbergpass – Rick – Rickhubel (1943) – Wissguber (1941) – P. 1912 – Fürstein (2039) – P. 1993 – P. 1819 – P. 1719 – P. 1716 – P. 1755 – Schnabel – Glaubenbergpass – Langis
Am kürzesten Tag des Jahres möchte ich, solange wie nur möglich, die Sonne geniessen. Im momentan dauervernebelten Luzern wird das aber nicht möglich sein. In der Höhe sieht das jedoch ganz anders aus und das fantastische Gebiet um den Glaubenberg bietet sich für mein Vorhaben bestens an.
Die beliebte Gegend um den Passübergang zwischen Sarnen und Entlebuch lädt zu eher gemütlichen Wanderungen durch bezaubernde Hochmoorlandschaften ein. Der höchste Punkt in diesem Gebiet ist der formschöne und aussichtsreiche Fürstein, über den ich heute wandern möchte.
Dichter Nebel auch in Sarnen. Nur wenige Menschen steigen ins bereitstehende Postauto ein. Nach ein paar Fahrminuten, auf der Höhe von Stalden, kurven wir bereits aus der grauen und ungemütlichen Suppe heraus, was allerseits mit einem schlichten und wohligen „Ahhhhhh“ kommentiert wird. Mit einem Lächeln und der Sonne im Gesicht steige ich bei der letzten Haltestelle, in Langis, aus.
Zuerst geht es auf der Strasse bis zum Glaubenbergpass. Beim Parkplatz auf der Passhöhe zweige ich nach links ab und folge dem Pfad, der durch locker bewaldetes Gebiet Richtung P. 1725 führt. Kurz vor diesem Punkt flacht das Gelände merklich ab und mein erstes Ziel, der Rickhubel, ist in Sicht. Ziemlich direkt wandere ich nun über die anfänglich flachen Weiden der Alp Rick und den zunehmend steiler werdenden Hang hoch zum Rickhubel. Die Rundsicht von hier ist schon mal grossartig!
Nach einer kurzen Rast schreite ich über einen kargen und breiten Rücken hinüber zur Kuppe des Wissgubers. Der Blick zum Fürstein ist von hier aus besonders eindrücklich. Der Pfad führt nun malerisch, der Abbruchkante entlang, an den Fuss des eigentlichen Gipfelaufbaus heran. Auf ausgeprägten Kehren, nahe der Gratkante, überwinde ich die letzten steilen Meter bis zum Gipfelkreuz. Oben angekommen ist einmal mehr staunen angesagt, reicht der Blick heute doch vom Säntis über die Berner Hochalpen bis zum Jura. Wow! Ich suche mir ein windgeschütztes, aber auch bequemes Plätzchen und geniesse die unglaubliche Stille auf dem heute einsamen Gipfel.
Nach einer längeren Pause folge ich dem Südgrat runter zum nahen Sattel. Der Wanderweg durch Ober-Sewen liegt bereits im Schatten. Darum steige ich, dem Grat treu bleibend, hoch zu P. 1993 und stehe so bereits nach kurzer Zeit wieder an der Sonne. Über den Gratrücken geht es aussichtsreich hinab zu P.1819 und weiter zur Kapelle beim Sewenseeli. Am zugefrorenen Bergsee lege ich nochmals eine Pause ein. Hier, an diesem idyllischen Ort, treffe ich auf ein paar wenige Wanderer – auch sie machen einen zufriedenen Eindruck.
Nun gehe ich den letzten Teil dieser Wanderung an. Auf einem fast horizontal verlaufenden Alpsträsschen gelange ich zum Übergang bei P. 1755. Ein paar Minuten später verlasse ich dann das Strässchen und steige auf einem Weglein, über die Weiden von Schnabel, bis zu den Alpgebäuden ab. Da treffe ich wieder auf das Alpsträsschen von vorhin, das mich zu P. 1500 und somit zurück zur Passstrasse führt. Kurze Zeit später sitze ich entspannt auf der Terrasse des Berghotels Langis und geniesse die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Yeahhh! Das war ein guter Plan…
P.S.: Die Tatsache, dass die weltbeste Armee den Glaubenberg als Übungsgebiet missbraucht, blende ich bei meinen Besuchen jeweils aus ;-)
Weitere Infos:
- SAC Alpinwandern / Gipfelziele: Entlebuch, Emmental
- SAC Clubführer: Zentralschweizerische Voralpen