Zum Heulen schön…
8.12.2016
Route: Brunnen (Bahnhof) – Wilerbrugg – Krähen – Stöck – P. 792 – Bärfallen – Sulztal – Zillistock – Hoflue (1698) – P. 1387 – Gätterlipass – Guggertrüllen – Obermatthütte – Pfäng – P. 1256 – Wäslige – Hinterbergen – Vitznau
Die Hoflue besuche ich, seit ich wieder in den Bergen unterwegs bin, ein bis zweimal pro Jahr. Ja, dieser eindrückliche Berg ist definitiv einer meiner Lieblinge in der näheren Umgebung von Luzern. Es ist nicht nur die grandiose Aussicht vom Gipfel, die mich immer wieder da hochsteigen lässt. Die Lage am Vierwaldstättersee, die spannenden Zustiege, die wilde Natur und die herrlichen Tiefblicke machen die Touren an der Hoflue immer wieder zu einem besonderen Erlebnis.
Heute starte ich am Bahnhof in Brunnen. Es ist neblig und ungemütlich und ich will an die Sonne, also nix wie los…
Zuerst geht es der Strasse entlang zur Wilerbrugg, da überquere ich die Muota und gelange durch ein Wohnquartier nach Krähen. In diesem Bereich erreiche ich bereits die Nebelobergrenze. Der Moment, in dem ich aus dem Nebel schreite, die letzten Schwaden umherziehen und darüber der blaue Himmel zu Vorschein kommt, fühlt sich äusserst gut an. Ich halte an dieser Stelle kurz inne und lasse den Blick über das Nebelmeer, die rosa eingefärbten Wolkenschleier und die Bergspitzen schweifen. Wow! Nun führt der Weg in den herbstlichen Wald hinein. Über Stöck wandere ich sanft ansteigend durch die Flanke von Mattenban zu P. 792. Danach überquere ich den Fallenbach und erreiche schon bald darauf die Waldlichtung bei Bärfallen, ein idyllisch gelegener Ort mit einem Berggasthaus. Das Gelände wird nun steiler und der Pfad zunehmend schmaler. Er führt ins Sulztal hinein und auf der anderen Talseite schlängelt er sich in unzähligen Kehren die Waldflanke hoch zur Alp Zillistock. Auf den sonnigen Alpwiesen lümmeln ein paar Gämsen herum. Die scheuen Tiere verziehen sich, sobald sie mich entdecken. Die Aussicht von der Alp ist beeindruckend und ein kurzer Halt gehört hier für mich einfach dazu. Mit einem zufriedenen Seufzer blicke ich auf den mit Föhren bestockten Gipfelaufbau der Hoflue und mache mich an den Schlussaufstieg. Zuerst führt der Pfad nochmals ein Stück über Weiden, dann schon eher stotzig hoch zum Grassattel bei P. 1564. Danach steige und kraxle ich auf der schmalen Wegspur, die grosszügig mit Ketten verziert ist, durch die steile und plattige Südostflanke. Die letzten Meter vor dem Gipfel sind dann wieder etwas zahmer und kurz darauf stehe ich alleine auf der Hoflue. Einmal mehr ein bewegender Moment… Ich mache es mir gemütlich, geniesse die Stille und die einzigartige Rundsicht. Erst einige Zeit später kommen weitere Wanderer auf dem geräumigen Gipfel an. Von Dichtestress kann aber keine Rede sein. ;-)
Da ich nicht über die selbe Route wieder runter von der Hoflue möchte, bietet sich der Abstieg über die rund zwanzig Meter hohe Metallleiter (aus dem Jahr 1888!) und den Nordwestgrat an. Nach einem Blick über die Kante stelle ich fest, dass das schattige und steile Stück unterhalb der Leiter schneefrei ist und somit nichts gegen meinem Vorhaben spricht. Also steige ich die zweiundsiebzig Sprossen der Leiter, die über das quasi senkrechte Felsband führt, ab und folge dem ruppigen Weg entlang des Grates via P. 1387 runter zum Gätterlipass, wo die Landschaft wieder sanfter wird. Auf einem geteerten Strässchen, dafür mit wunderbarem Panoramablick, wandere ich wieder etwas ansteigend an Guggertrüllen vorbei und weiter bis zur Obermatthütte. Hier verlasse ich das Strässchen und gelange auf einem Karrenweg via Plattenhüttli nach Pfäng. Nach einer Rast in der Wiese bei der traumhaft schön gelegenen Alp folge ich dem Weg weiter zu P. 1256 und staune da einmal mehr über den prächtigen Blick Richtung Pilatus. Grandios! Vor dieser Kulisse wandere ich zufrieden über Weidehänge runter nach Wäslige und zur Seilbahnstation Hinterbergen. Dort steige ich in die kleine Gondelkabine und schwebe Vitznau entgegen. Zum Abschluss des wunderbaren Tages tuckere ich mit dem Schiff nach Luzern.
Weitere Infos:
- SAC Alpinwandern / Gipfelziele: Zentralschweiz, Vierwaldstättersee
- SAC Clubführer: Zentralschweizerische Voralpen
Die Wanderung kenne ich doch ;-)
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Hihi… ich habe einfach die etwas gemütlichere Variante gewählt… ;-)
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