Wilde Landschaften
14.9.2016
Route: Rugghubelhütte – Hinter Rugg – zwischen Hindrist Griessenboden und P. 2296 – Hüenerstelli – P. 2498 – P. 2514 – Fulenwassergrat – Gämssetz – P. 2422 – P. 2490 – Hahnenband – Hahnen (2606) – Hahnenband – Nähe P. 2287 – P. 1909 – Ober Zieblen – Zieblenzopf – Pfaffen – Horbis – Engelberg
Der Engelberger Hausberg imponiert, egal von welcher Seite man ihn betrachtet. Ragt er doch rund 1600 Meter aus dem Talboden heraus. Es gibt auch keine Bahn, die einem den Aufstieg oder den Abstieg verkürzen oder erleichtern würde.
Nach meinem ersten Besuch auf dem Hahnen, im Spätommer 2013, habe ich erfahren, dass es eine Möglichkeit gibt, von der Rugghubelhütte her auf das Hahnenband zu gelangen. Denn nur von diesem gelangt man auf den Gipfel und genau das ist mein Plan für diesen Tag.
Das schöne an Hüttenübernachtungen ist, dass man am Morgen bereits mitten in der Bergwelt steht und erlebt wie der Tag erwacht, die Sonne aufgeht und die Schatten langsam verschwinden – ausser bei schlechtem Wetter, aber auch das hat seinen Reiz.
Nach dem Start bei der Rugghubelhütte geht es zuerst in Richtung Hinter Rugg. Am Vorabend habe ich mit dem Hüttenwart meine Route besprochen. Die Stelle, die mir den Abstieg ins Griessental erleichtern soll, finde ich gut und schon bald bin ich in der Gegend zwischen Hindrist Griessenboden und P. 2296. Dann geht es auf der anderen Talseite wieder hoch und auch hier finde ich die Hinweise, die mich durch diese gestufte, zerfurchte und zerklüftete Landschaft leiten. In dieser sehr einsamen Gegend sehe ich ein Rudel Gämsen und auf einer Krete sind Steinböcke auszumachen, die mich beobachten, während sie sich an der Sonne aufwärmen. Später peile ich den grossen Steinmann an, der bei P. 2514 auf dem Fulenwassergrat steht. Nun geht’s abwechslungsreich über den Grat beziehungsweise die Hindernisse in der Flanke umgehend bis an die markante Felswand und entlang dieser quere ich zur Gämssetz. Da ermöglicht ein Geröllfeld den Aufstieg auf das Ryffen Plateau, das ich bei P. 2422 erreiche. Danach quasi der Kante nach, via P. 2490, bis zum Beginn des Hahnenbandes. Hier finde ich die Wegspuren, die entlang der Felswand verlaufen und folge ihnen, bis ich auf den drahtseilverzierten Schlussaufstieg des „Normalweges“ stosse. Die Wegspuren und Drahtseile leiten mich über Schrofen, an einer Felswand vorbei und schlussendlich durch ein steiles Couloir auf den Gipfelgrat, etwas südlich des Hauptgipfels, hinauf. Kurz darauf stehe ich auf dem Gipfel und geniesse ihn für mich allein. Der beeindruckende Tiefblick nach Engelberg und das Panorama auf diesem freistehenden Berg sind einfach nur grandios.
Nach einer längeren Pause steht der lange und steile Abstieg nach Engelberg an. Also wieder zurück auf das Hahnenband, auf diesem weiter über Gras und Schrofen in die Nähe von P. 2287 und schliesslich noch durch eine Geröllkehle weiter runter. Unten angekommen folge ich den Wegspuren, die durch Weidegelände unter dem Chli Hahnen zu P. 1909 und nach Ober Zieblen führen. Danach benutze ich den Wanderweg zum Zieblenzopf und durch das Pfaffental runter nach Horbis, zum Restaurant mit dem Namen „Ende der Welt“. Da gönne ich mir ein Bier und spaziere danach gemütlich und äusserst zufrieden zum Bahnhof von Engelberg.
Weitere Infos:
- SAC Clubführer Urnen Alpen 3: Vom Susten zum Uri-Rotstock
- SAC Alpinwandern/Gipfelziele: Zentralschweiz, Vierwaldstättersee