Ein stiller Ort
13.9.2016
Route: Kreuzhütte – Urnerstaffel – Hungerloch – Chalberblätz – Firlegi – Schlittkuchen – Trichter – Ruchstock Nord (2813) – Ruchstock Süd (2813) – k von Ruchstock – O von Oberberg – zwischen P. 2266 und P. 2352 – Rot Grätli – Bim Wasser – Rugghubelhütte
Ruchstock – der Name ist Programm: Da gibt es kaum eine liebliche Stelle an dieser massigen Erhebung. Er ist Kulminationspunkt in der 4 Kilometer langen Bergkette, die bis zu den Walenstöcken reicht. Als ich ihn vor einigen Jahren zum ersten Mal aus der Nähe bestaunt habe, wusste ich, dass ich auf diesen Berg hoch will. Nun mache ich mich bereits zum zweiten Mal auf den Weg in diese karge und wilde Gegend, um den Ruchstock zu überschreiten.
Meine Tour beginnt in Oberrickenbach, am Ende eines Seitentals des unteren Engelbergertals. Die Luftseilbahn bringt mich bequem hoch zur Kreuzhütte auf der Bannalp.
Zuerst geht es zur Urnerstaffel und kurz darauf verlasse ich den Wanderweg um über Weidegelände, mit Flurnamen wie Hungerloch und Chalberblätz, zur Firlegi hochzusteigen. Im Bereich der Firlegi verändert sich die Natur fast mit jedem Schritt. Fels, Schutt und Geröll dominieren immer mehr die Landschaft. Nun wandere und kraxle ich der Nase nach, quer durch diese faszinierende und unwirkliche Gegend, hoch zum Schlittkuchen. Von da quere ich unter einem Felskopf zur Mündung des Trichters, der die grosse bis zum Gipfel reichende Geröll- und Schneemulde entwässert. Über die treppenartige Trichtermündung kraxle ich hoch zur Mulde und durch diese weiter zum Nordgipfel. Es ist ein überwältigender Moment, wenn man beim Steinmann auf dem Gipfel steht! Dieses grossartige Panorama und die unglaubliche Sille solch abgelegener Orte berühren mich immer wieder sehr.
Nach einer Pause will ich natürlich auch noch auf den Südgipfel, der über einen Grat erreichbar ist und einen spektakulär gelegenen Pausenplatz bereit hält. Da angekommen, bleibe ich eine ganze Weile, bevor ich mich dem Abstieg widme. Das heisst, wieder zurück über den Grat zum Plateau zwischen Nord- und Süd-Gipfel. Danach runter über Geröll, ein Firnfeld und einen Felsriegel und weiter über ein riesiges Schuttfeld, dem Oberberg entlang, zum Weg der von der Bannalper Schonegg in Richtung Rot Grätli führt. Zwischen P. 2266 und P. 2352 erreiche ich diesen Weg und folge ihm bis zum Rot Grätli. Da ich nur noch bis zur nahegelegenen Rugghubelhütte möchte, mache ich es mir nochmals gemütlich und geniesse diesen wunderbaren Ort. Das letzte Wegstück bis zur Hütte führt nach einem kurzen und steilen Abstieg durch relativ flaches Karstgelände. Die Natur wird nun wieder grüner und vollgefressene Murmelis pfeifen und flitzen durch die Gegend.
Nach diesem Tag der Stille geniesse ich die ruhige Atmosphäre in der Rugghubelhütte.
Weitere Infos:
- SAC Clubführer Zentralschweizerische Voralpen